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Schamanenreise.at

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Der Körper weiß zu sterben, so wie er weiß geboren zu werden. Im Moment des Todes, wenn die Nerventätigkeit erlischt und das elektromagnetische Feld des Zentralnervensystems sich auflöst, öffnet sich ein Tor zwischen den Dimensionen (bei Nahtoderfahrungen und von Schamanen als Tunnel beschrieben) und erlaubt der Seele, die verborgene Welt zu betreten und heimzukehren.

Die „hängengebliebene“ Seele

Aus schamanischer Sicht ist der Tod nicht das Ende, sondern ein Übergang, ein Wechsel der Welten. Nur wenn wir uns gegen den Tod sträuben, bleiben wir auch weiterhin an die Erde gebunden.

Unter gewissen Umständen kann eine Seele „hängenbleiben“ und deshalb die Reise nicht antreten. Sie reagiert damit möglicherweise auf Mord, Selbstmord, einen Flugzeug- oder Autounfall, eine Überdosis Drogen oder gar den Tod im Krieg.

Solche Seelen sind verirrte Seelen und wissen nicht, dass sie bereits tot sind, fühlen sich einsam und unglücklich. Sie hängen an bestimmten Orten fest und verursachen dort Schmerz und Traurigkeit.

Die „gestohlene“ Seele

Krebs- und Suchterkrankungen können entstehen, wenn eine hängengebliebene Seele den Seelenteil eines Lebenden festhält und sich der Illusion hingibt, noch am Leben zu sein. Dadurch bleibt sie an die Erde gebunden. Dies geschieht aus dem Wunsch des Verstorbenen heraus, die geliebte Person auch im Tod zu „spüren“ (Kind, Partner). Das Fehlen des Seelenteils beim Lebenden (entspricht Seelenverlust, siehe auch Seelenrückholung) führt jedoch zu einer Todessehnsucht mit dem Wunsch, die verbliebene Seele wieder mit dem "gestohlenen" Teil zu vereinen.

Seelengeleit

Verirrte Seelen heilt der Schamane in seiner Funktion als Psychopompos (griech. Seelenführer). Das heißt, der Schamane begibt sich in der „nicht alltäglichen Wirklichkeit“ auf die Suche nach einer verstorbenen Person, findet sie und bringt die verirrte Seele an jenen Ort, den sie im Jenseits aufsuchen soll. Ziel des Schamanen ist es, dem Verstorbenen noch einmal Zugang zum Leben zu geben und ihn zum Loslassen von allen unerledigten Angelegenheiten und zurückgelassenen Personen zu bewegen. Dann erst kann er die verirrte Seele „heim“geleiten.

Unsere Kultur weiß diese spirituelle Hilfe nicht mehr zu geben. In unserer Gesellschaft wird nicht gelehrt, dass es ein „Leben“, also eine außerweltliche Existenz, für unsere Seelen gibt.  

 

So sagte mir der Tod, er sei nicht beteiligt am Sterben.
Er führe nur die Seelen nach Hause.

Eva Ruprechtsberger (aus Seminar "Psychopompos")

 

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